Zwei Domänen.

Die Marke trägt zwei gleichrangige Regelwerke: eines für Gedrucktes, eines für Bildschirme. Diese Seite erklärt, welches wann gilt — und warum derselbe Begriff je nach Medium zwei verschiedene Werte hat.

Die Zwei-Master-Regel

Digitale Ausspielung folgt dem Technorama Design System. Analoge Ausspielung folgt der Brand Guideline. Wo sie sich widersprechen, entscheidet das Medium des Artefakts — nie der Geschmack. Ein Artefakt mischt nie beide Regelwerke.

Ein Plakat, das später ein Web-Hero wird, ist zwei Artefakte — jedes folgt seinem Master. Die Frage vor jeder Gestaltung lautet deshalb nicht «wie sieht das aus», sondern «wo wird das ausgespielt».

  • AnalogBrand Guideline V1 — Druck, Drucksachen, Beschriftung, Signaletik, Messe, Dokumente, Etiketten, Office-Exporte
    Tokens: --tr-* · colors_and_type.css
  • DigitalDesign System (Storybook) — technorama.ch, Web-Komponenten, Produkt-UI, das Portal selbst, Signage
    Tokens: zweistufig · src/seed/sources/digital/
  • PortalHausstil — Sektionsfarben, Dokumentations-Muster des Portals
    Tokens: —

Ein Begriff, zwei Werte

Der Unterschied ist keine Willkür und kein Kompromiss: jede Abweichung hat einen Grund im Medium. Wer den Grund kennt, muss die Tabelle nicht auswendig lernen.

BegriffAnalogDigitalWarum
Die Bühne#000000#0a0a0aReines Schwarz ist im Druck der tiefste erreichbare Wert. Auf einem Bildschirm nimmt ein Hauch Restlicht dem Kontrast die Härte, ohne dass die Bühne heller wirkt.
Angehobene FlächeWeiss-Alpha #ffffff0adeckend #262626Alpha rechnet sich gegen den Untergrund — auf Papier gibt es keinen. Deckende Stufen erlauben zudem eine exakte Kontrastrechnung.
Sekundärtext60 % Weiss#d4d4d4Derselbe Grund: eine Rampe aus deckenden Werten ist messbar, eine Alpha-Angabe nur im Kontext.
Markenfarbe abtönenverboten11 Stufen je FarbeIm Web tragen die Stufen Zustände und Status — Funktion, nicht Ausdruck. Auf Papier gibt es keine Zustände, dort bliebe nur die Abschwächung der Marke.
Radius0–4 pxbis 24 px + PilleDie knappe Kante ist die Präzisionsgeste der gedruckten Marke; die Website setzt auf die weichere, berührbare Form.
Heller Modusgibt es nicht[data-theme="light"]Ein Druckerzeugnis hat genau einen Zustand. Ein Bildschirm hat zwei — und beide sind gebunden, nicht frei gestaltet.

Was beide teilen

Die vier Markenfarben sind in beiden Domänen bitgenau dieselben. Das ist die Brücke: eine Marke, zwei Ausdeutungen. Ein automatischer Wächter prüft bei jedem Commit, dass keine der vier Basen auseinanderläuft — driftet eine, ist das ein Governance-Fall, kein stilles Update.

Rot
Orange
Blau
Grün

Welche Regel gilt wo

Keine Regel ist verschwunden — jede trägt jetzt ihren Geltungsbereich. Wo eine Regel in beiden Domänen gilt, aber verschieden umgesetzt wird, steht die Abweichung dabei.

Nur für Gedrucktes

  • Die Eine-Farbe-RegelEine Markenfarbe pro Anwendung — nie kombiniert, nie abgetönt, nie im Verlauf. Analog ist diese Regel absolut.

Nur für Bildschirme

  • Die Ein-Akzent-RegelEine Markenfarbe trägt die Identität; ihre Rampenstufen tragen Zustand und Status. Statusfarben sind Signale, keine Markenaussage — sie dürfen koexistieren.
  • Die Zwei-Stufen-RegelKomponenten konsumieren ausschliesslich gemappte Tokens. Primitives existieren für die Mapping-Ebene — nie zum Zugreifen.

In beiden Domänen

  • Die Zwei-Master-RegelDas Medium des Artefakts entscheidet, welches Regelwerk gilt — nie der Geschmack. Ein Artefakt mischt nie beide.
  • Die Akzent-RegelEine Komponente kodiert nie eine Markenfarbe hart — sie erbt sie.
    Unterschied: Portal/analog über --accent auf <main>; digital über die Accent-Prop der Komponente.
  • Die Schwarz-Text-RegelAuf einer Markenfläche steht Text in Schwarz; grauer Text auf Farbe ist verboten.
    Unterschied: Digital entscheidet das Token-Paar (--text-regular-on-color auf --surface-regular-color-*), nie die Hand.
  • Die Linksbündig-RegelText steht immer linksbündig. Zentrierte Headlines, All-Caps-Fliesstext und gesperrte Versalien sind verboten.
  • Die Gewichts-RegelHierarchie entsteht aus Gewicht, nicht aus einer zweiten Familie oder Kursiv-als-Betonung.
    Unterschied: Analog 200–800 (Arbeitspferde 300/700/800); digital 300/400/600/700/800.
  • Die Flach-RegelKein box-shadow, kein Glas, kein Gradient-Text. Tiefe entsteht aus Fläche und Typografie.
    Unterschied: Analog über Flächenfarbe und 1px-Haarlinien; digital über deckende surface-Stufen. Einzige Ausnahme: der Dialog im Web-System.
  • Die Kanten-RegelRadien sind Systemwerte, nie freie Zahlen. Ein Radius ausserhalb der Rampen ist ein Fehler.
    Unterschied: Analog 0–4 px (Pille nur für kleine Tags); digital die volle Rampe bis 24 px plus Pille.
  • Die Bühnen-RegelDie Bühne ist dunkel — und sie ist gesetzt, nicht gewählt.
    Unterschied: Analog #000000, kein Light-Mode; digital #0a0a0a plus [data-theme="light"] als gebundener zweiter Modus.

Hausstil des Portals — bindet keinen Master

  • SektionsfarbenGrundlagen Rot, Design Blau, System Grün. Navigationssemantik des Portals — kein Markenrecht.

In der Praxis

Die häufigste Verwechslung ist nicht die schwierige, sondern die naheliegende: ein Wert, der im falschen Medium landet.

  • DrucksacheWerte aus Farbeinsatz und den Vorlagen unter Vorlagen & Dokumente — Pantone und CMYK stehen dort, wo sie gebraucht werden. Nie ein Web-Grau.
  • WebsiteGemappte Tokens des Design Systems (--surface-regular-*, --text-regular-*) — nie ein Primitive, nie ein Pantone.
  • Unsicher?Die Frage «wo wird das ausgespielt» beantwortet es immer. Bleibt sie offen, ist das Artefakt noch nicht definiert — nicht die Regel unklar.

Die normative Fassung steht in DESIGN.md; Herleitung, Messprotokoll und der vollständige Abgleich in docs/designsystem-abgleich.md. Weiter zu den Token-Werten: Farbeinsatz, Schrifteinsatz, Spacing & Motion.