Wie wir sprechen, prägt, wie wir wahrgenommen werden. Dieser Leitfaden macht unsere Sprache klar, einladend und inklusiv — nach innen und aussen nach denselben Regeln.

Ludwig Wittgenstein

Tone of Voice

Klar, präzise und auf den Punkt — zugleich lebendig und originell. Respekt und Wertschätzung stehen an erster Stelle. Wir dürfen frech, kantig oder provokativ sein, wenn es Neugier weckt und Begeisterung fürs Experimentieren teilt.

01

Verständlichkeit

  • Klare, einfache Formulierungen
  • Fachjargon vermeiden oder erklären
  • Sprache an die angesprochene Person anpassen — Fachbegriffe nur, wenn sie wirklich nötig sind, und vorher einführen
  • Kurze, prägnante Sätze
  • Wissenschaftlich korrekte Aussagen
  • Überschriften, Bulletpoints und visuelle Hierarchien strukturieren Inhalte
02

Positiver, empathischer Ton

  • Wertschätzende, einladende Sprache
  • Perspektive und Vorwissen der Angesprochenen berücksichtigen
  • Negative Formulierungen vermeiden
  • Keine Verbotsschilder und keine Verbotssätze — ausser wo behördlich vorgeschrieben. Sonst freundlich, manchmal humorvoll
  • Statt Einschränkungen positive Möglichkeiten hervorheben
03

Handlungsorientierung

  • Direkte Ansprache mit «du»
  • Aktive Einladungen wie «Entdecke» oder «Probiere aus»
  • Zum Handeln auffordern
  • Die Auflösung nicht vorwegnehmen — erst hinschauen lassen, dann erklären

Voice-Spektrum

Die Sprache bewegt sich zwischen zwei Polen — nie beide gleichzeitig, sondern je nach Anwendung bewusst gewählt.

plakativ-emotional

Kurz, mutig, staunend. Weckt Neugier und Emotion — für Kampagnen und Social Media.

rational-informativ

Klar, präzise, erklärend. Schafft Orientierung — für Wissen, Didaktik und Berichte.

Register

  • Warme, direkte Ansprache in der Du-Form.
  • Schweizer Hochdeutsch — «ss» statt «ß», Guillemets «…».
  • Keine Versalien als Gestaltungsmittel, keine Emoji.

Beispiele: gut & schlecht

Dieselben Regeln in echten Sätzen. Links, was wir vermeiden — rechts, wie wir es besser sagen.

Das Museum vermittelt Wissen über physikalische Phänomene.

Im Technorama erlebst du, wie Physik sich anfühlt — zum Anfassen.

Science Center statt Museum, Erfahrung statt Wissensvermittlung, du-Ansprache und Handlung.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen uns über Ihren Besuch.

Grüezi mitenand — schön, bist du da.

Neutrale, warme Anrede statt formelhafter Floskel; Nähe durch die Du-Form.

Besucher dürfen die Experimentierstationen nicht ohne Aufsicht berühren.

Anfassen erwünscht — probiere jedes Exponat selbst aus.

Positive Möglichkeit statt Verbot, «Exponat» statt «Experimentierstation», «Gäste» statt «Besucher».

Der Zugang ist auch für Behinderte behindertengerecht gestaltet.

Alle Ausstellungen sind barrierefrei zugänglich.

«barrierefrei» statt «behindertengerecht»; keine stigmatisierende Zuschreibung.

Du oder Sie?

Wir duzen unsere Gäste — das schafft Nähe und macht Wissenschaft zugänglicher. Im persönlichen Einzelkontakt sind Ausnahmen möglich.

Du, Ihr
  • Website
  • Anmeldeformulare
  • Newsletter
  • Social Media, Online-Kanäle
  • Begrüssung mit Gleichaltrigen oder Jüngeren
  • Shows, Präsentationen, Workshops
  • Werbe- und Kommunikationsmittel
  • Rekrutierungsprozess
Sie
  • Sponsorenansprache
  • Korrespondenz mit persönlich nicht bekannten Personen
  • Telefon-Erstkontakt
  • Gespräch mit Einzelpersonen an Technorama-Events

«du» in allgemeinen Texten klein, «Sie» in Anreden immer gross. In Briefen und E-Mails nach der Grussformel kein Komma und die nächste Zeile gross — Schweizer Gepflogenheit.

Technorama-Wording

Bestimmte Begriffe und Schreibweisen sind einzigartig im Technorama. Sie sorgen für Orientierung und stärken das Vertrauen.

StattBesserBemerkungENFRIT
Tel.: 052 2440844Tel.: +41 52 244 08 44Immer +41 voranstellen, Gruppierung beachten.
Adventure RoomsAdventureRoomsImmer im Plural, zusammengeschrieben.AdventureRoomsAdventureRoomsAdventureRooms
«Be-Greifen»«begreifen»Übertragene Bedeutung nur mit Anführungszeichen kenntlich machen.«to grasp» the world«saisir» le monde«afferrare» il mondo
BehindertengerechtBarrierefreiAnalog zu Bund, Kantonen und Verbänden wie ProCap.barrier-free / accessibleaccessible / sans obstaclesaccessibile / senza barriere
Besucher, BesuchszahlenGäste, Besuchende, GästezahlenKurzform «Besucher/-innen» nur in Formularen, Grafiken, Tabellen. Besser «Gäste».guests, visitorsvisiteurs, hôtesospiti, visitatori
Draussen«Technorama Draussen»Immer ein PARK, nie eine Ausstellung. Immer gross mit Anführungszeichen.«Technorama Outdoors»«Technorama Dehors»«Technorama Fuori»
ExperimentierstationenExponateExponate in erster Priorität, Experimentierstationen in zweiter.exhibitsobjets exposés, installationsexhibit, installazioni
LehrercaféDidaktik-AtelierDidactics StudioAtelier didactiqueAtelier didattico
MitarbeiterMitarbeitende, Crew, Teamstaff, crew, teaméquipe, collaborateurs·tricesteam, personale
MuseumScience CenterKein Ersatz für Science Center. «Museum» nur bei Vergleichen, mit klarer Abgrenzung.Science CenterScience CenterScience Center
Open LabOpenLabImmer zusammen, beide Wortteile mit Grossbuchstaben.OpenLabOpenLabOpenLab
SchülerSchülerinnen und SchülerAuch «Klassen» oder «Kinder und Jugendliche im Klassenverband».pupils, school classesélèvesallievi e allieve
SektorAusstellungDas Technorama besteht aus mehreren Ausstellungen.exhibitionexpositionesposizione
StudentenStudierendestudentsétudiant·e·sstudenti
Science-CenterScience CenterKeine Deklination, kein Bindestrich.Science CenterScience CenterScience Center
Wissen vermittelnErfahrungen ermöglichenWir vermitteln kein Wissen, sondern ermöglichen Erfahrungen mit Naturphänomenen.enable experiencespermettre des expériencesrendere possibili esperienze
Wissenschaft vermittelnein wissenschaftliches Weltbild fördernWir fördern ein wissenschaftliches Weltbild, betreiben und vermitteln aber keine Wissenschaft.foster a scientific worldviewpromouvoir une vision scientifique du mondepromuovere una visione scientifica del mondo

«Technorama» wird ohne Genitiv-S verwendet — «die Exponate des Technorama», nie «des Technoramas».

Schreibweise & Orthografie

Wir schreiben in Schweizer Hochdeutsch. Diese Konventionen halten Texte einheitlich — auf der Website, in Briefen und in der Beschriftung vor Ort.

RegelBeispiel
Schweizer Hochdeutsch: immer «ss» statt «ß».Strasse, gemäss, Grüsse
Anführungszeichen als Guillemets «…», nicht "…" oder „…“.«Anfassen erwünscht!»
Typografischer Apostroph ’ statt des geraden Ersatzzeichens.z’Mittag, s’Technorama
Gedankenstrich als Halbgeviertstrich – mit Leerzeichen, nicht Bindestrich.Mai – September
Keine durchgängigen Versalien als Gestaltungsmittel — Ausnahme: die Kapitalkampagne «TECHNORAMA 2050».Entdecke, nicht ENTDECKE · TECHNORAMA 2050
Keine Emoji in formeller Kommunikation. In Social Media und KI-Kurztexten nur Sach-Emoji, nie Gesichter.Brief: Schön, bist du da. · Social: Unsichtbare Kräfte, sichtbar gemacht 🧲
«du» im Fliesstext klein, «Sie» in Anreden immer gross.Wenn du magst … · Gerne beraten wir Sie.

Zahlen, Datum & Format

Einheitliche Schreibweisen für Zahlen, Daten und Angaben — nach Schweizer Standard.

AngabeRegelBeispiel
Datum (Fliesstext)Monat ausschreiben, Tag ohne führende Null.12. Juli 2025
Datum (tabellarisch)Numerisch mit Punkten, vierstelliges Jahr.12.07.2025
UhrzeitStunden und Minuten mit Punkt getrennt, «Uhr» dazu.14.30 Uhr
ZeitspanneHalbgeviertstrich ohne Leerzeichen.9–17 Uhr · Mai–September
GeldbetragWährung voran, glatte Beträge mit «.–».CHF 12.– · CHF 12.50
TelefonImmer international mit +41, in Zweiergruppen.+41 52 244 08 44
ProzentZahl und Zeichen mit geschütztem Leerzeichen.20 %
MasseinheitZahl und Einheit mit geschütztem Leerzeichen.5 m · 20 °C
Zahlen im TextEins bis zwölf ausschreiben, ab 13 als Ziffern.drei Ausstellungen · 500 Exponate

Inklusive Sprache

Geschlechtergerechte Sprache ist zentral: Sie schliesst niemanden aus. Das generische Maskulinum verwenden wir nicht — bevorzugt über geschlechtsneutrale Begriffe, so oft wie möglich ohne Paarformen.

Lehrer und LehrerinnenLehrpersonen
Besucher und BesucherinnenGäste, Besuchende
Teilnehmer und TeilnehmerinnenTeilnehmende
Mitarbeiterinnen und MitarbeiterMitarbeitende
ExpertenFachkräfte, Fachpersonen
Jeder BesucherAlle Gäste, alle Besuchenden

Keine Gender-Sonderzeichen

Kein Sternchen, kein Doppelpunkt. Angesichts fehlender Einheitlichkeit und starker Polarisierung verzichten wir aktuell darauf und formulieren stattdessen neutral oder im Plural.

Menschen mit Behinderungen

Person zuerst: «Menschen mit Behinderungen», nicht «behinderte Menschen». Aktiv und selbstbestimmt formulieren — «Personen, die einen Rollstuhl benutzen». Bauliches ist «barrierefrei», nicht «behindertengerecht».

Antirassistische Sprache

Verallgemeinerungen und historisch belastete Begriffe vermeiden. Herkunft oder Hautfarbe nur nennen, wenn relevant. «Schwarze Menschen» (S gross) statt «farbig» oder «dunkel».

LGBTIQ+ Menschen

Die Selbstbezeichnung respektieren, Misgendering vermeiden. Geschlechtsneutrale Anreden nutzen, nicht-binäre Menschen einbeziehen. «queer» nur bei Selbstidentifikation.

Anrede

Ist das Geschlecht nicht bekannt, sprechen wir neutral an — ohne «Herr», «Frau» oder «Damen und Herren». Statt «Sehr geehrte/r» besser «Geschätzte/r».

StattBesser
Sehr geehrte Damen und HerrenGuten Tag · Grüezi mitenand · Liebe Gäste
Sehr geehrter Herr / Frau [Name]Guten Tag [Name] · Herzlich willkommen [Name]
Guten Tag geschätzte Crew von XYZGeschätztes XYZ-Team
Sehr geehrte/r …Geschätzte/r …

Werbung: Google Ads, Meta Ads, Plakat & Social

In der Werbung gelten dieselben Voice-Regeln — nur unter Zeichenlimits, fremden Plattformrichtlinien und, beim Plakat, unter zwei Sekunden Lesezeit. Alles zieht in dieselbe Richtung: konkret statt aufgeladen, belegbar statt behauptet, eine Aussage statt drei.

Zeichenlimits

KanalFeldLimitWorauf es ankommt
Google AdsAnzeigentitel30 Zeichen, 3 bis 15 StückGoogle kombiniert sie frei. Jeder Titel muss allein stehen können — keine Fortsetzungen.
Google AdsBeschreibung90 Zeichen, 2 bis 4 StückDie erste Beschreibung erscheint am häufigsten. Die Einladung gehört dorthin.
Google AdsAngezeigter Pfad2 Felder à 15 ZeichenSagt, wo man landet: /Ausstellungen, /Tickets.
Meta AdsPrimärtext50 bis 150 Zeichen empfohlenNach rund 125 Zeichen bricht «Mehr anzeigen» um. Die Aussage steht davor.
Meta AdsÜberschrift27 Zeichen empfohlenAuf dem Handy wird härter abgeschnitten als in der Vorschau.
Instagram · FacebookCaption, erste Zeilerund 125 Zeichen sichtbarDanach klappt der Text zu. Kein Anlauf nehmen — mit der Beobachtung beginnen.
LinkedInBeitrag, erste Zeilenrund 200 Zeichen sichtbarFachlicher Ton, aber dieselbe Du-Form und dieselbe Konkretheit.
PlakatHauptaussage5 bis 7 WörterEin Plakat wird zwei bis drei Sekunden gelesen, aus dem Tram noch kürzer.
PlakatAbsenderWortmarke + technorama.chDie Adresse ohne https:// und ohne www. Keine Telefonnummer, keine Öffnungszeiten.
Digital Out of HomeMotiv (eBoard, ePanel)rund 10 Sekunden StandzeitTrotzdem eine einzige Aussage — nicht in Etappen erzählen, niemand wartet auf Teil zwei.

Stand: 18.08.2026. Google und Meta ändern diese Werte ohne Ankündigung — vor grossen Kampagnen in der Google-Ads-Hilfe und den Meta-Werbestandards nachsehen. Die Plakatangaben sind Lesezeit-Regeln, keine Druckmasse.

Regeln je Kanal

Google Ads

  • Keywords folgen der Suchsprache, der Anzeigentext dem Technorama-Wording: Wer «Museum Winterthur» sucht, soll uns finden — in der Anzeige steht trotzdem «Science Center».
  • Keine Versalien. Google beanstandet Grossschreibung, die nicht ihrem Zweck dient — und die Marke verbietet sie ohnehin.
  • Emoji werden in Suchanzeigen nicht ausgeliefert. Keine Zeichen dafür verschwenden.
  • Satzzeichen sparsam: Google beanstandet Ausrufezeichen und Symbole, die nur Aufmerksamkeit erzeugen sollen.
  • Keine unbelegbaren Superlative wie «das beste Museum der Schweiz». Belegbare Zahlen wirken stärker: «über 500 Exponate zum Anfassen».
  • Kein Wort und keine Wendung zweimal über alle Titel hinweg — Google wertet Wiederholung als Verstoss.

Meta Ads

  • Die Aussage in die ersten 125 Zeichen. Was hinter «Mehr anzeigen» steht, liest fast niemand.
  • Nie persönliche Merkmale des Publikums behaupten oder andeuten — «Du als Rollstuhlfahrer …», «Leidest du an …». Meta verbietet das, und unsere Person-zuerst-Sprache erst recht.
  • Über das Angebot sprechen, nicht über die angesprochene Person: «Alle Ausstellungen sind barrierefrei» statt einer Ansprache an Betroffene.
  • Sach-Emoji sind hier erlaubt, Gesichter nicht. Ein bis zwei pro Anzeige genügen.
  • Kein Text im Bild als Ersatz für den Primärtext — das Bild trägt die Marke, der Text die Aussage.

Plakat & Out of Home

  • Eine Aussage. Kein zweiter Gedanke, keine Aufzählung, kein Fliesstext — was erklärt werden muss, gehört nicht aufs Plakat.
  • Zuspitzen statt zusammenfassen: «Fass den Blitz an.» schlägt jede korrekte Beschreibung.
  • Der Standort spricht mit. Ein Plakat am Bahnhof Winterthur braucht keine Anfahrtsbeschreibung.
  • Keine Preise, Öffnungszeiten oder Telefonnummern — dafür ist die Website da.
  • Keine Versalien. Auf Grossformat wirken sie nicht lauter, sondern schwerer lesbar.
  • Vor dem Druck den Sujetcheck von APG|SGA durchlaufen lassen; Formate und Anschnittmasse kommen von dort, nicht aus diesem Leitfaden.

Social Media (organisch)

  • Kernaussage in die erste Zeile, Kontext danach. Kein Anlauf, keine Begrüssungsfloskel.
  • Mehrwort-Hashtags in Binnenmajuskel: #TechnoramaDraussen, nicht #technoramadraussen — Screenreader lesen sie sonst als ein unverständliches Wort.
  • Hashtags gebündelt am Ende, nicht in den Fliesstext gestreut.
  • Alt-Text für jedes Bild und Untertitel für jedes Video. Barrierefreiheit ist Teil der Voice, nicht ein Extra.
  • Keine Versalien zur Betonung — dafür ist die Markenfarbe da.

Formate, Sujets, Schutzzonen und Bildkategorien stehen nicht hier, sondern im Social-Media-Bereich unter /templates/social. Plakatformate (F4, F12, F24, F200, MegaPoster, RailPoster, eBoard, ePanel) samt Massen und Anschnitten liefert APG|SGA. Zum Social-Media-Bereich.

Positionierung der Marke

Beim Schreiben über das Technorama helfen die Aussagen zu Positionierung, Markenpersönlichkeit und die Unique Experience Proposition — «Anfassen erwünscht!». Sie sind im Kapitel «Grundlagen & Voice» gebündelt.

Sprache für KI-Agenten

Diese Regeln konfigurieren KI-Agenten, Chatbots und Prompts. Sie ersetzen die Kapitel davor nicht, sondern machen sie maschinell ausführbar — weil abstrakte Tonalitäts-Begriffe von Modellen zuverlässig falsch interpretiert werden.

Tonalität in Zahlen

Wissenschaftlichkeit & Präzision5/5Als Science Center steht die Verlässlichkeit der Inhalte an erster Stelle. Keine Aussage ohne Deckung. Achtung: Das heisst «nichts Falsches sagen», nicht «alles erklären».
Empathie & Wertschätzung4/5Wertschätzend und einladend, ohne anbiedernd zu werden. Vorwissen der Angesprochenen mitdenken.
Handlungsorientierung5/5Jeder Text endet mit etwas, das man tun kann — anfassen, ausprobieren, mitraten, vorbeikommen.
Humor & Provokation2/5Dosiert. Ein Augenzwinkern weckt Neugier, ein Witz zu viel untergräbt die wissenschaftliche Verlässlichkeit.

Leitplanken für «freche» Sprache

«Frech, kantig, provokativ» ist für ein Modell keine Anweisung — es landet sonst bei Sarkasmus. Darum beides ausbuchstabiert.

Erlaubt
  • Kognitive Dissonanz erzeugen — die Erwartung brechen, bevor die Erklärung kommt.
  • Physikalische Intuition mit einem Augenzwinkern infrage stellen: «Traust du deinen eigenen Augen?»
  • Direkte Fragen an die lesende Person, die zum Ausprobieren führen.
  • Zugeben, dass wir etwas nicht wissen — und einladen, es gemeinsam herauszufinden.
Streng verboten
  • Zynismus und Sarkasmus — Modelle treffen die Dosierung nicht, und beides verletzt.
  • Mangelndes Vorwissen herabwürdigen, egal wie beiläufig.
  • Belehrendes Verhalten («Mansplaining») statt gemeinsamen Entdeckens.
  • Die naturwissenschaftliche Theorie erklären, wo eine eigene Beobachtung möglich wäre. Es ist nicht unsere Aufgabe, die richtige Erklärung zu liefern.

Messbare Syntax

WasRegelBeispiel
SatzlängeMaximal 15 bis 20 Wörter pro Satz.Lass das Pendel los. Was passiert, wenn du ihm mehr Schwung gibst?
AbsatzlängeSpätestens nach 3 bis 4 Sätzen ein Absatzumbruch — digitale Lesbarkeit.Drei Sätze, dann Luft. Nicht sieben Sätze am Stück.
Aktiv statt PassivKonsequent Aktiv. Passivkonstruktionen auf ein absolutes Minimum reduzieren.Starte das Experiment. (statt «Das Experiment wird gestartet.»)
EmojiSach-Emoji lockern Social-Media- und KI-Kurztexte auf. In formeller Kommunikation — Briefe, Korrespondenz, Website-Fliesstext, Beschriftung — bleiben Emoji weg. Emotionale Gesichter nie.🧲 🔬 🌪️ 💡 — nicht 🤪 🤯
AnredeDu-Form, «du» im Fliesstext klein. Ausnahmen regelt die Kanalmatrix.Wenn du magst, probier es gleich selbst aus.

Kanal & Rolle

KanalAnredeRolle der KICall to Action
Social MediaDuInspirierend, neugierig machendZum Mitraten, Kommentieren oder Ausprobieren animieren
Support / Info-MailDu / SieEmpathisch, lösungsorientiertKlare, unkomplizierte Lösung oder Information bieten
Website-TexteDuEinladend, handlungsorientiertTicketkauf oder Besuch planen
Exponat-BeschriftungDuBeobachtend, anleitend, fragendZum physischen Interagieren animieren — «Fass an!»
Google AdsDuAntwortend, konkret, ohne UmschweifeDie gesuchte Information liefern und zum Klick führen
Meta AdsDuNeugierig machend, bildgetriebenBesuch oder Ticketkauf anstossen
Plakat (Out of Home)DuZuspitzend, plakativ-emotionalIm Kopf bleiben — eine Aussage, ein Bild, ein Name

Keine KI-Handschrift

KI schreibt Entwürfe, nie Endfassungen. Ein Mensch kürzt, prüft und verantwortet jeden Text — sonst wird er nicht veröffentlicht. Menge ist kein Ziel: Wir füllen keinen Kanal, nur weil er leer ist.

Sprachmodelle haben verlässliche Tics. Wer sie kennt, erkennt den Text als generiert — und hält ihn für beliebig. Für ein Science Center ist das teuer: Glaubwürdigkeit ist unser Produkt.

MusterWoran du es erkennstBesser
Floskelvokabular
  • nahtlos, robust, bahnbrechend, wegweisend, facettenreich, massgeschneidert
  • Meilenstein, Herzstück, Tapisserie, «im Herzen von», eingebettet
  • «Tauche ein in …», «die faszinierende Welt der …»
Das konkrete Ding benennen: «ein Pendel, 4 Meter lang» sagt mehr als «ein faszinierendes Exponat».
Negativ-Parallelismus
  • «nicht nur …, sondern auch …»
  • «Es ist nicht …, es ist …»
  • «weniger … als vielmehr …»
Die Aussage direkt setzen. Der Kontrast erzeugt nur scheinbar Spannung.
Dreierreihen
  • Drei Adjektive hintereinander: «spielerisch, überraschend und lehrreich»
  • Drei Halbsätze im gleichen Bau
Ein treffendes Adjektiv. Die Dreierreihe ist ein Rhythmus-Reflex, kein Inhalt.
Aufgeladene Bedeutung
  • «ein Zeugnis für …», «unterstreicht die Bedeutung von …»
  • «spielt eine entscheidende Rolle», «setzt neue Massstäbe»
  • «prägt nachhaltig», «hinterlässt bleibende Spuren»
Bedeutung nicht behaupten, sondern zeigen — mit einer Beobachtung, die man selbst machen kann.
Schein-Analyse am Satzende
  • «…, wodurch ein einzigartiges Erlebnis entsteht.»
  • «…, was die Bedeutung des Experimentierens unterstreicht.»
  • «…, und trägt so zum Verständnis bei.»
Satz nach der Beobachtung beenden. Der Nachklapp erklärt nichts, er füllt.
Ausweichen vor «ist»
  • «fungiert als», «stellt … dar», «gilt als», «beheimatet», «bietet …»
«ist» und «hat» sind gute Wörter. «Das Technorama ist ein Science Center.»
Vage Belege
  • «Studien zeigen», «Fachleute sind sich einig», «Beobachter meinen»
  • Erfundene Quellen, Zahlen ohne Herkunft, tote Links
Quelle nennen oder Aussage streichen. Siehe die Anti-Halluzinations-Regel.
Gliederungs-Schluss
  • «Trotz dieser Herausforderungen …»
  • Abschnitte namens «Fazit», «Ausblick», «Herausforderungen und Zukunft»
Mit dem enden, was man tun kann — nicht mit einer Zusammenfassung des Gesagten.
Formatierungs-Tics
  • Fettungen mitten im Fliesstext, Emoji als Gliederungsebene
  • Titel als Überschrift wiederholt, Trennlinien zwischen Abschnitten
  • Markdown-Sternchen in Feldern, die kein Markdown können
  • Gedankenstriche als Allzweck-Satzzeichen
Höchstens ein Gedankenstrich pro Absatz. Struktur über Überschriften, nicht über Auszeichnung.
Chatbot-Reste
  • «Als KI-Modell …», «Stand meines Wissens …», «Gerne helfe ich dir dabei!»
  • Platzhalter wie «[Name einfügen]» und Zitat-Marker wie «[cite: 1]»
Vor dem Veröffentlichen lesen. Solche Reste sind der auffälligste Verräter überhaupt.

Guillemets «…» und der typografische Apostroph sind Technorama-Standard, kein KI-Verdachtsmoment — englische Leitfäden führen sie als Tell, für uns gilt die Orthografie-Regel.

Wissenschaftliche Integrität

Geht ein naturwissenschaftlicher Fakt nicht zu 100 % gesichert aus der Wissensbasis hervor, darf niemals spekuliert werden. Keine Antwort ist besser als eine erfundene.

Die Standard-Antwort, wenn die Wissensbasis nichts hergibt:

Das ist eine spannende Frage, die wir hier rein theoretisch gar nicht abschliessend klären können. Am besten probierst du ähnliche Phänomene bei uns im Technorama direkt aus — oder du meldest dich bei unserem Team unter info@technorama.ch.

Few-Shot-Beispiele

Referenzmuster für die Textgenerierung — sie zeigen den Unterschied zwischen klassischem Museum und «Erfahrungen ermöglichen».

Einladung / Hook auf Social Media

In unserer Ausstellung zeigen wir Ihnen die Gesetze der Schwerkraft.

Lass das Pendel los! Was passiert, wenn du ihm mehr Schwung gibst? Entdecke am eigenen Leib, wie die Schwerkraft hier die Regeln bestimmt.

Umgang mit Fehlern / E-Mail-Support

Sehr geehrte Gäste, wir bedauern die Umstände und kümmern uns um Ihr Anliegen.

Das tut uns leid, dass da etwas schiefgelaufen ist! Wir schauen uns das direkt an und melden uns in Kürze bei dir.

Kommunikation von Inhalten / Exponat-Texte

Hier lernen Schülerinnen und Schüler alles über Elektromagnetismus.

Hier experimentieren Schülerinnen und Schüler mit riesigen Magneten und machen unsichtbare Kräfte plötzlich spürbar.

Plakat / Out of Home

Erleben Sie im Technorama Winterthur über 500 spannende Experimentierstationen aus Physik, Chemie und Biologie — täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Fass den Blitz an.

Anzeigentitel / Google Ads

Das beste Museum der Schweiz – jetzt Tickets sichern!!!

Über 500 Exponate zum Anfassen

KI-Entwurf entschlacken / Website

Eingebettet im Herzen von Winterthur, ist das Technorama nicht nur ein Museum, sondern ein Zeugnis für die faszinierende Welt der Naturphänomene, was die Bedeutung des Experimentierens unterstreicht.

In Winterthur stehen über 500 Exponate zum Anfassen. Dreh daran, zieh daran, staune. Und finde heraus, warum es funktioniert.

Diese Regeln stecken auch im maschinenlesbaren Kontext — KI & Agenten zeigt, wie du sie in ChatGPT, Claude, Cursor oder einen eigenen Agenten übernimmst.